Seelenstriptease in studiVZ

23.März 2008 at 9:13 | In Nicht kategorisiert | 1 Comment
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Quelle

Das technische Problem mit der Verlinkung konnte ich lösen. Um weitere technische Problem lösen zu können, habe ich mir ein Buch über WordPress ausgeliehen. Eine weitere Schwierigkeiten, auf die ich gestossen bin: ein Motivationsproblem, da ich mich damit schwer tue, dass dieser Leistungsnachweis öffentlich ist.  Scheinbar haben schon mehr als hundert Leute meinen Blog angeklickt….Ich hoffe, ich mache hier keinen Seelenstriptease. Dieser Beitrag soll aber genau davon handeln, nämlich vom Seelenstriptease, den die Benutzer im Portal StudiVZ machen.

Auch ich bin seit einiger Zeit Mitglied dieses sozialen Netzwerkes. StudiVZ bietet mir Zeitvertrieb, Abwechslung und die Möglichkeit der Kontaktaufnahme zu Freunden, Kommilitonen und flüchtig Bekannten. Jedoch habe ich dort schon viel Zeit verschwendet, die ich sinnvoller hätte nutzen können. Ich stöberte Profile von ehemaligen Schulkollegen durch, schaute mir Fotoalben an, scrollte durch Gruppenlisten. Manchmal fühlte ich mich etwas unwohl dabei, weil man so viel Privates sieht und erfährt, zum Beispiel Partyfotos, die mit Namen verlinkt sind oder  wie zufrieden jemand mit seinem Job ist. Zum Beispiel legte ein flüchtiger Bekannter von mir die Firma offen, bei der er arbeitet und schreibt, dass seine Position „Sündenbock” sei und was er da mache, nämlich „Rödeln für den Boss”. Ob das den Boss oder den Personalchef freuen würde, wenn er das sähe?

Schon bei der Registrierung geben viele der Benutzer einiges von sich preis, oft verwendet man den eigenen Vor- und Nachnamen, gibt die Hochschule, das Geburtsdatum, den Beziehungsstatus, die persönlichen Interessen an und ladet ein Foto hoch, das einen eindeutig identifiziert.

Nach der Registierung werden fleissig Freunde gesammelt. Das heisst, man sucht in der Suchmaschine nach Namen von Freunden, Kommilitonen, flüchtig Bekannten und verschickt ihnen eine Freundschaftseinladung, die bestätigt werden muss.

Damit wird dann auch das eigene Sozialleben offen gelegt. Man erfährt, wer wen über wen kennt und sieht, wie viele „Freunde” jemand hat.

Um Gleichgesinnte zu finden, treten die Benutzer Gruppen bei, die oft eine eindeutige Aussage haben. Auch sie sagen einiges über die Persönlichkeit des Benutzers aus, wenn nicht sogar mehr als das Profil.

Beispiele für Gruppen:

  • Kann den Wecker ausschalten, ohne dabei aufzuwachen
  • Wuuuah!!! Die Realität macht mir Angst…!
  • Ich mach alles auf den letzten Drücker…und bin glücklich damit
  • Ich bin nicht unschuldig, seh nur so aus
  • Ich habe Freitags schon Angst, dass bald wieder Montag ist!
  • Notorische Zu-Spät-Kommer
  • Meine Vorlesungszeiten kollidieren mit meinen Schlafzeiten
  • Ich hasse Menschen
  • Ich habe ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe.
  • Die Straßenverkehrsordnung behindert meinen Fahrstil!
  • ich kann auch Alkohol trinken ohne Spass zu haben
  • Wir trinken Bier nur an Tagen die mit ‘g’ enden. Und Mittwochs.
  • Ich bin nicht kompliziert, sondern eine Herausforderung
  • Hilfe, ich bin verrückt und hab auch nur verrückte Freunde.
  • Seit ich perfekt bin, brauch ich nicht mehr arrogant zu sein!

Quelle der Gruppen: www.studivz.net

Im nächsten Blogeintrag möchte ich darüber schreiben, was Menschen dazu bewegen könnte, ihre Persönlichkeit und private Daten in sozialen Netzwerken so freizügig preis zu geben.

1 Kommentar »

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  1. Salut Annet.
    Ich bin ebenfalls wie du im StudiVZ angemeldet – wie ja auch unsere Freundesliste beweist. Dabei sind mir ebenfalls einige der Punkte die du aufgezählt hast aufgefallen. Dass die Leute teils sehr viel von sich preis geben. Ich persönlich halte es in meinem Profil so, dass ich das ganze relativ albern aufgebaut habe und kaum echte Informationen über mich preisgebe. So habe ich auch kein Bild von mir selbst drin. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass auch diese Albernheiten nicht überall gut ankommen würden, wenn ein Personalchef darauf stossen würde. Ein weiteres Problem das eventuell erwähnenswert wäre, ist dass man durch die ganze Verlinkung der Freunde untereinander auch zusätzliche Informationen von diesen über mich einfliessen. So bin ich von einer Kollegin verlinkt worden auf einem Bild. Dieses Bild gibt nun nicht nur bekannt wie ich aussehe, sondern auch, dass es in Wien gemacht wurde. Diese Information an und für sich ist ja nicht negativ, aber ich kann mir gut vorstellen, dass auf solche Weise auch unvorteilhafte Informationen zum Vorschein kommen können.


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